Inklusion
Hier ist der Text in leichter Sprache.
Inklusion an der Ernst-Simons-Gesamtschule
An der Ernst-Simons-Gesamtschule verstehen wir Inklusion als zentrales Prinzip unseres pädagogischen Handelns. Schule ist für uns ein gemeinsamer Lern- und Lebensraum, in dem die Verschiedenheit der Schüler*innen als Chance für gemeinsames Lernen und soziale Teilhabe gesehen wird. Dabei ist uns bewusst, dass Inklusion immer auch im Spannungsfeld gesellschaftlicher und schulischer Strukturen stattfindet und Widersprüche aushalten muss.
Je nach Schüler*in und Lernsituation leiten folgende Prinzipien unser pädagogisches Handeln:
Teilhabe im Regelsystem ermöglichen (Normalisierung)
Alle Schüler*innen lernen gemeinsam im Klassenverband. Unterschiedliche Lernvoraussetzungen werden durch binnendifferenzierte Aufgaben, verschiedene Niveaustufen und offene Lernformen berücksichtigt. So können alle Kinder an denselben Inhalten teilhaben, ohne voneinander getrennt zu werden. Ziel ist es, Zugehörigkeit zu fördern und strukturelle Barrieren im Schulsystem abzubauen.
Individuelle Förderung und Selbstwirksamkeit (Empowerment)
Gleichzeitig ist uns bewusst, dass nicht alle Schüler*innen zu jeder Zeit gleichermaßen vom Lernen im Klassenverband profitieren, sondern phasenweise eine individuelle, sonderpädagogische Förderung und individuelle Lernziele und Lernzugänge brauchen. Wir versuchen, strukturelle Barrieren abzubauen, welche die Schüler*innen behindern. Neben der Sichtbarmachung und Förderung ihrer persönlichen Stärken, ist es für die Schüler*innen auch wichtig, ihre Schwächen anzuerkennen. Diese sogenannte Behinderungsverarbeitung ist wichtig, damit die Schüler*innen im Schulalltag erkennen, wann sie individuelle Hilfen wie Pausen, Kopfhörer, einen Raumwechsel, etc. brauchen und lernen, diese einzufordern. Sie ist auch unter anderem dann bedeutsam, wenn es um die Anerkennung und Akzeptanz externer Unterstützungssysteme wie eine Schulbegleitung, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung oder auch die Umsetzung schulischer Nachteilsausgleiche geht. Alle diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Chancengerechtigkeit und gleichberechtigte Teilhabe zu fördern.
Vielfalt als Normalität begreifen (Dekonstruktion)
In unserer täglichen Arbeit verdeutlichen wir, dass jede Schülerin und jeder Schüler mit den eigenen Besonderheiten einen wertvollen Beitrag zur Schulgemeinschaft leistet. Diese Vielfalt begreifen wir nicht als Abweichung von einer Norm, sondern als selbstverständlichen Bestandteil unserer Schulkultur. Anerkennung, Wertschätzung und Zugehörigkeit sind dabei nicht an Anpassung gebunden, sondern werden allen Schüler*innen unabhängig von individuellen Voraussetzungen zugesprochen.
Diese drei Ebenen - Normalisierung, Empowerment und Dekonstruktion - stehen in einem Spannungsverhältnis, das nicht vollständig auflösbar ist. Wir versuchen je nach Schüler*in und Situation, den passenden Blickwinkel zu wählen. Hierbei stehen alle pädagogisch handelnden Personen im stetigen Austausch in multiprofessionellen Teams. So versuchen wir, eine Schulkultur zu gestalten, die sowohl gleichberechtigte Teilhabe an Gemeinschaft ermöglicht als auch individuellen Bedürfnissen Rechnung trägt.
(theoretischer Hintergrund: Dr. Mai Anh Boger: Theorien der Inklusion - eine Übersicht)








